abgeschlossenes Forschungsprojekt Die Hauptkirche und ihre umgebenden Gebäude
Die Hauptkirche
Was die Kirche angeht, so sind noch Einzelheiten zum Grundriss zu untersuchen: Insbesondere die ursprüngliche Gestalt ihres Ostabschlusses, für den Howard Crosby Butler seinerzeit hypothetische Ergänzungen annehmen musste, war eine offene Frage, die 2010 geklärt werden konnte. Weitere Unklarheiten hinsichtlich der Disposition des Bauwerkes bestehen in Details am Westende des Langhauses. Interessant ist auch die Ausstattung der Kirche in byzantinischer Zeit, von der sich neben – wenn auch zum Teil nur fragmentarisch – in situ erhaltenen Bodenbelägen auch zahlreiche Bruchstücke von Wandinkrustationen erhalten haben. Der Versturz und das darin befindliche Fundmaterial mag außerdem eine Aussage über die Zusammenhänge erlauben, die zur Aufgabe und zum Einsturz des Bauwerkes geführt haben, und somit einen Beitrag zur Geschichte der spätantiken Stadt bis hinein in mittelalterliche oder gar neuzeitliche Epochen leisten.

Das Nebengebäude
Der kleine Steinbau im südöstlichen Bereich des Hofes birgt noch mehr Fragen, da nicht nur seine Funktion, sondern auch sein chronologisches Verhältnis zur Kirche selbst unklar sind. Neben einer Verifizierung und ggf. Korrektur des von Howard Crosby Butler publizierten Grundrisses sind auch hier Reste der ursprünglichen Ausstattung wesentliche Punkte, die zu einer genaueren Einordnung des Gebäudes führen können. Die Form, in der es in das Ensemble integriert war, mag darüber hinaus auch Aufschluss über sein chronologisches Verhältnis zu den übrigen Strukturen bieten.

Die umgebenden Gebäudetrakte
Einen ganz wesentlichen Aspekt stellen die vier Gebäudetrakte dar, die den Hof auf rechteckigem Plan einfrieden. Über die Funktion dieses Ensembles kann bisher nur spekuliert werden. Da der Grundriss unbekannt ist, lässt sich nicht einmal bestimmen, ob die Räumlichkeiten, die sich hier befunden hatten, in funktionalem Zusammenhang mehr mit dem eingefriedeten Bereich oder mehr mit dem umgebenden Stadtgebiet gestanden haben. Welcher Art von Nutzung sie gedient haben, ist daher ebenfalls vollkommen unbekannt.

Angesichts ihrer Größe können diese Strukturen nicht so weit freigelegt werden, dass ein kompletter Grundriss der gewiss noch erhaltenen Erdgeschoßräume gewonnen werden könnte. Da eine langfristige Konservierung von freigelegten Lehmziegelbauten große Schwierigkeiten birgt, sollte von größerflächigen Freilegungen ohnehin abgesehen werden. Immerhin könnte die Ausgrabung kleinerer Areale Schlüsse auf die Gesamtanlage ermöglichen. Durch punktuelle Sondagen dürfte außerdem der Verlauf der Außenfassaden zu klären sein. Die Orientierung und Zugänglichkeit der Räumlichkeiten wird Aufschluss darüber geben, ob deren Nutzung mehr mit dem Hof und der Kirche oder mehr mit dem umgebenden Stadtgebiet im Zusammenhang stand. Wie bei der Kirche selbst wird auch hier das im Versturz befindliche Fundmaterial Aussagen über die Form und den Zeitraum der Nutzung bis zur Aufgabe und zum Einsturz des Ensembles erlauben, womöglich auch über die Ursachen, die beidem zugrunde lagen.
