Abgeschlossenes Forschungsprojekt Landschafts - und siedlungsarchäologische Studien zum antiken Lukanien (Süditalien)
Die Höhensiedlungen des 3. und 4. Jhs. v.Chr. als Ausdruck indigenen Selbstverständnisses vor dem Hintergrund der beginnenden römischen Expansion.
Die antike Region Lukanien liegt im Süden der italischen Halbinsel und bezeichnet das bergige Hinterland zwischen ionischer und tyrrhenischer Küste. Seit dem 8. Jh. v. Chr. war die Landschaft durch den Kontakt der Indigenen im Hinterland mit den griechischen Kolonisten geprägt, die an den Küsten siedelten. Am Anfang des 4. Jhs. v. Chr. veränderte sich jedoch die Situation: Die Römer begannen von Mittelitalien ihre Expansion in Richtung Süden, welche am Beginn des 2. Jhs. v. Chr. die Eingliederung der gesamten italischen Halbinsel in das römische Bundesgenossensystem zur Folge hatte.

Projektbeschreibung
Das Projekt wollte am Beispiel Lukaniens die Reaktionen der indigenen Italiker auf die beginnende Expansion Roms untersuchen.
Als Materialbasis dienten die Siedlungsstrukturen. Diese lassen erkennen, dass die Lukaner im 4. und 3. Jh. v. Chr. zahlreiche neue und von starken Wehrmauern umgebene Höhensiedlungen anlegten, um damit ihr Territorium zu behaupten. An den zahlreichen Befunden von Wehr-, Haus- und Sakralarchitektur lässt sich das kulturelle Selbstverständnis der Lukaner ablesen.


Ziele
Das Projekt verfolgte das Ziel, diese Fragen in einem interdisziplinären Ansatz und unter Anwendung verschiedener Methoden zu untersuchen. Dabei sollte anhand bereits publizierter Befunde und neu gewonnener Feldforschungsergebnisse eine Interpretationsgrundlage geschaffen werden.
An ausgewählten Subregionen Lukaniens sollte die Verschiedenartigkeit der Voraussetzungen aufgezeigt werden, auf welche die Mechanismen der römischen Expansion trafen und welche Konsequenzen dies für die anschließende Integration in das römische Verwaltungssystem hatte. Grundlage für diese Analyse war die Erfassung der naturräumlichen Bedingungen Lukaniens, welche die Siedlungsformen und das Siedlungsnetz wesentlich beeinflussten. Darüber hinaus sollten die Funktionen und Hierarchien der verschiedenen Siedlungen bestimmt werden.
Exemplarisch wurden im September 2011 und Juli 2012 zwei Höhensiedlungen im Rahmen eines archäologischen Surveys aufgenommen.

Riassunto Italiano
L’antica regione della Lucania si trova a Sud della penisola italiana ed occupa l’entroterra montuoso tra la costa ionica e quella tirrenica. A partire dall’VIII sec. a.C. il contatto tra gli Indigeni dell’entroterra e i Greci che fondarono colonie sulla costa ha modificato sensibilmente il paesaggio. La situazione mutò, tuttavia, all’inizio del IV sec. a.C. quando i Romani intrapresero la loro espansione verso Sud, espansione che terminò al principio del II sec. a.C. con l’assorbimento dell’intera penisola al sistema federativo romano.
Il progetto vuole indagare, sull’esempio della Lucania, le reazioni delle popolazioni locali all’incipiente espansione romana sulla base dell’analisi delle strutture insediative. Tale analisi permette di supporre che i Lucani, nel IV e nel III sec. a.C., abbiano riorganizzato i propri insediamenti fortificandoli e riformulando così la propria identità, sia verso l'esterno che all'interno delle comunità stesse. L’analisi si fonda sull’osservazione delle caratteristiche naturali della Lucania che hanno condizionato in maniera sostanziale la forma e le relazioni tra i centri antichi.
Dovranno inoltre essere specificate le funzioni e la gerarchia tra i diversi insediamenti. Per una migliore raccolta dei dati a Settembre 2011 ed a Luglio 2012 sono stati indagati con particolare attenzione due centri fortificati, Monte Croccia e Monte Torretta di Pietragalla. Qui sono state documentate, grazie alla ricognizione archeologica, le attività degli insediamenti, mentre le cinta difensive sono state rilevate ed analizzate e si è proceduto alla registrazione e misurazione di quanto si trovava in superficie.

Mitarbeiter
- Dr. Agnes Henning (Leitung)
- Valentina Garaffa (Projektkoordination und Fundbearbeitung)
- Alexander Hoer (Hilfskraft)
- Nicole Salamanek (Geodäsie)
Qualifikationsarbeiten
Im Rahmen des Projektes entstanden in verschiedenen Fachrichtungen folgende Qualifikationsarbeiten:
- Alexander Hoer (Institut für Klassische Archäologie der Universität Heidelberg): Die Auswertung des Surveys im Sinni-Tal (Süditalien) unter Anwendung der archäologischen Datenbank ArchGate
- Ayse Dalyanci-Berns, Ulrike Goldmann (Fachgebiet Historische Bauforschung, Technische Universität Berlin): Monte Croccia in der antiken Region Lukanien (Süditalien). Baudokumentation und Bauforschung an der Akropolismauer
- Florian Bredemann (Fachbereich Geoinformation, Beuth Hochschule für Technik Berlin): Untersuchung der Software PHIDIAS der Firma PHOCAD zur Erstellung eines 3D-Modells des Akropolistores auf dem Monte Croccia
- Sabrina Anhalt (Fachbereich Geoinformation, Beuth Hochschule für Technik Berlin): Konzeptionelle Gestaltung von Flyern zur Präsentation archäologischer Forschungsergebnisse am Beispiel des Forschungsprojekts "Geoinformation in der Archäogeographie" (GIDA) auf dem Monte Croccia
- Christian Fischer (Fachbereich Geoinformation, Beuth Hochschule für Technik Berlin): Auswertung hochauflösender Messbilder zur Erstellung eines 3D-Volumenmodells des Akropolistores auf dem Monte Croccia








