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laufendes Forschungsprojekt Grabungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege

Lehrgrabungen in Zusammenarbeit mit PD Dr. Markus C. Blaich, Stellvertretender Abteilungsleiter Landesarchäologie vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, Hannover

Während der Lehrgrabungen werden einfache Ausgrabungsmethoden und die Dokumentation von Funden und Befunden vermittelt. Grundzüge der Vermessung, der GIS-gestützten Dokumentation und der Bodenkunde kommen hinzu.

Barsinghausen (2025)

Das Kloster Barsinghausen (Region Hannover) wird im Jahr 1193 erstmals urkundlich erwähnt. Das Kloster wurde von Graf Wedekind von Schwalenberg einige Jahre zuvor als Doppelkloster (Augustinerchorherren und Augustinerchordamen) gestiftet, ab 1229 verzeichnet die Chronik aber ausschließlich Nonnen.

Das Kloster hatte für die Region am Deister einige Bedeutung und gelangte zu großem Wohlstand, wie vor allem der Bau einer eindrucksvollen Kirche zeigt.

1543 wurde im Kloster die Reformation eingeführt, 1802 bzw. 1806 wurde der Konvent aufgelöst und die Anlage gelangte in den Besitz der Klosterkammer Hannover. Die ehemalige Klosterkirche ist seitdem auch die Pfarrkirche der evangelisch-lutherischen Mariengemeinde.

Die Baugeschichte des mittelalterlichen Klosters ist nahezu unbekannt, denn nach schweren Schäden am Gebäude während des Dreißigjährigen Krieges erfolgte zwischen 1700 und 1702 ein beinahe vollständiger Neubau. Dabei wurde der Ostflügel des ehemaligen Kreuzganges abgerissen, seine Außenmauer ist heute die Begrenzungsmauer der Anlage. Direkt hinter dieser Mauer sind die Fundamente des Kreuzganges und seine Verbindung zum Kirchenschiff zu suchen.

Bei der Lehrgrabung sollen neben Resten der barocken Wasserführung (vor dem Hauptgebäude) vor allem mögliche Hinweise auf den mittelalterlichen Vorgängerbau (Kreuzhof) untersucht werden.

Kloster Barsinghausen (Region Hannover)

Pöhlde (2024)

Pöhlde (Stadt Herzberg, Landkreis Göttingen) zählt zu den ottonischen Königspfalzen des 10. Jahrhunderts im Harzvorland (heutiges Niedersachsen/Sachsen Anhalt), die von zentraler Bedeutung für die Ausübung der sächsischen Landesherrschaft waren.

Mit Ende der ottonischen Herrschaft wurde Pöhlde – im Gegensatz zu den anderen Pfalzen – nicht aufgegeben, sondern in ein Kloster umgewandelt. Dieses wurde während der Bauernkriege zerstört. Nur die Kirche überstand die Wirren der Zeit, allerdings stark verkleinert und mehrfach umgebaut.

Durch Grabungen in den 1960er Jahren sind die wesentlichen Strukturen der Pfalz (Steingebäude) und die ungefähre Gliederung der Kernanlage bekannt. Geophysikalische Prospektionen zielten darauf, die Ausdehnung der Vorburg zu erfassen und den Erhaltungszustand der Befunde zu überprüfen.

Von der Lehrgrabung wurden weitere Aufschlüsse über die Anlage (Befestigung), den Erhaltungszustand des Denkmals und die Anbindung der Pfalzgebäude an die Fundamente der heutigen Kirche gewonnen. 

Kirche des ehemaligen Klosters von Poehlde (Niedersachsen)

Königsdahlum (2023)

Königsdahlum (Landkreis Hildesheim) gehört zu den ottonischen Königspfalzen des 10. Jahrhunderts im Harzvorland (heutiges Niedersachsen/Sachsen Anhalt), die von zentraler Bedeutung für die Ausübung der sächsischen Landesherrschaft waren. Topographie und ungefähre Gliederung der nahezu restlos ausgeraubten Anlage mit Kernburg und ausgedehnter Vorburg sind dank moderner Prospektionsmethoden bekannt. Von der Lehrgrabung wurden weitere Aufschlüsse über die Anlage (Grubenhaus/Wallgraben) gewonnen.

Königsdahlum (Landkreis Hildesheim)