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Sommersemester 2008 bis Sommersemester 2010 Von Studierenden in Lehrveranstaltungen erstellte 3D Modelle

Kaisertempel von Pessinus (SS 2010)

Zu den bemerkenswertesten Zeugnissen kaiserzeitlicher Urbanistik in Zentralanatolien ist Pessinus (heute Ballihisar) zu rechnen. Im 1. Jh. n.Chr. erlebte die bis dahin kleine Siedlung im Umkreis eines bedeutenden Kybele-Heiligtums einen beachtlichen Bauboom und wurde als Teil der neu gegründeten römischen Provinz Galatien in eine veritable Stadt verwandelt. Ihr neuer Mittelpunkt markierte fortan der Tempel zu Ehren des Augustus.

Im Zentrum der Stadt platziert, thronte das Heiligtum für den Kaiserkult, das mit einer ungewöhnlichen Stufen-Theater-Anlage kombiniert war, über der Agora und dem Flusstal des Gallos. Ähnlich wie z.B. in Antiochia ad Pisidiam geht aus den antiken Resten das Bestreben hervor, eine Stadt unter römischer Herrschaft mit großem Aufwand auszubauen und auf den Kaiserkult auszurichten.

Kaisertempel von Antiochia ad Pisidiam (WS 2009/2010)

Aufgabe der Übung im Wintersemester 2009/2010 war es, den Tempel für den Kaiserkult in der römischen Koloniestadt Antiochia ad Pisidiam in der heutigen Türkei nachzubilden. Schon aus der exponierten Lage innerhalb des Stadtgebietes geht die besondere Bedeutung des Heiligtums aus dem 1. Jh. n.Chr. für Antiochia hervor, das zunächst für die Verehrung des römischen Kaisers Augustus bestimmt war, im Laufe der Zeit aber vermutlich auch um die kultische Verherrlichung anderer römischer Regenten erweitert wurde.

Erwähnenswert sind an interessanten Baudetails die halbkreisförmige Säulenhalle, die den Tempel im Rückbereich umschloss, der dreitorige Bogen am Eingang des Heiligtums, die Giebelöffnungen des Kultbaus („Scheinfenster“, „Scheintür“) und auch die Tatsache, dass die Platzanlage aus dem anstehenden Fels herausgeschlagen wurde, um auf dem höchsten Punkt der Kolonie die größtmögliche urbanistische Wirkung entfalten zu können.

Spätantike Bauwerke aus Nordafrika (SS 2009)

Frühchristliche Basiliken aus Nordafrika, die im Zusammenhang mit der Ausstellung „Das Königreich der Vandalen – Erben des Imperiums in Nordafrika“ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe standen, wurden im Sommersemesters 2009 in einer Veranstaltung nachgebildet. Die Beispiele stammen weitgehend aus dem 5. Jh. n.Chr.

Traianeum von Pergamon (WS 2008/2009)

Das Traianeum, ein Kaiserkulttempel aus der Zeit Trajans und Hadrians (Ende 1. Jh. - Anfang 2. Jh. n.Chr.), thronte auf der Spitze des Burgbergs von Pergamon oberhalb der Stadt. Das Heiligtum symbolisiert die Herrschaft Roms über die Provinz Asia in paradigmatischer Weise. Für das urbanistische Verständnis des Baukomplexes von zentraler Bedeutung sind seine landschaftliche Positionierung, die räumliche Disposition seiner Einzelbauten und verschiedene architektonische Details (z.B. Medusenarchitrav des Tempels, Akrotere des Kultbaus, Blattkranzkapitelle der Säulenhallen oder die sog. Exedren).

Frühgriechische Gebäude (SS 2008)

Anlässlich der Ausstellung „Zeit der Helden – Die ‚dunklen Jahrhunderte’ Griechenlands 1200-700 v.Chr.“ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe entstanden im Sommersemester 2008 Computermodelle von typischen Gebäuden und Siedlungen der frühen Eisenzeit (die Siedlung Zagora auf der Insel Andros, das sog. Heroon von Lefkandi auf Euböa, die Niederlassung Karfi in den Bergen Kretas und das Haus IV b von Nichoria auf der Peloponnes). Darüber hinaus wurde die Burg von Tiryns im Zustand des 12. Jhs. v.Chr. nachgebildet.

Haus IV b von Nichoria

Nach der mykenischen Epoche in der späten Bronzezeit mit großen Burgen, prächtigen Palästen und ausgedehnten Siedlungen war auf dem griechischen Festland in der frühen Eisenzeit die dörfliche Lebensweise in kleinen Ortschaften vorherrschend. Oberhäupter standen ihrem Clan nicht aufgrund dynastischer Herkunft, sondern aufgrund besonderer Tapferkeit, Erfahrung und Beziehungen zu anderen Regionen wie kleine Fürsten voran und versammelten in ihren Wohnhäusern die Männer ihrer Sippe zum gemeinschaftlichen Tafeln, zum Beraten und zu kultischen Handlungen. Wie ein Gebäude ausgesehen haben könnte, das als Versammlungsort von einem Clanführer genutzt wurde, zeigt exemplarisch das Haus IV b in Nichoria in Messenien auf der Peloponnes aus dem 9./8. Jh. v.Chr.

Burg von Tiryns

Nach der Zerstörung des Palastes um 1200 v.Chr. erfolgte in Tiryns im Gegensatz zu den meisten anderen Zentren der mykenischen Welt wie z.B. Mykene oder Pylos ein teilweise Wiederaufbau der Burg. Das Stadtgebiet wurde im 12. Jh. v.Chr. sogar erweitert. Als Zentrum der Burg wurde ein kleines Megaron, ein Gebäude für Versammlungen, anstelle des großen Megaron der mykenischen Zeit errichtet. Dies wird als ein Versuch der herrschenden Gruppe der Nachpalastzeit gedeutet, an die Lebensweise der Palastzeit des 13. Jhs., als ein starker König an der Spitze der Gesellschaft stand, in kleinerem Maßstab anzuknüpfen. Der Grundriss des Modells erfolgte auf Grundlage von Erkenntnissen und Plänen von Prof. J. Maran.