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Wintersemester 2015/2016 bis Wintersemester 2019/2020 Von Studierenden in Lehrveranstaltungen erstellte 3D Modelle

Römischer Podiumtempel von Badenweiler (WS 2019/20)

Zu den bemerkenswertesten Bauwerken aus der römischen Vergangenheit von Badenweiler ist ein Podiumtempel zu rechnen, dessen Reste 1892 beim Neubau der evangelischen Kirche untersucht werden konnten. Er befand sich ursprünglich oberhalb einer großen römischen Badeanlage. Während von diesem Baukomplex erhebliche Mauerreste erhalten sind und in jüngerer Zeit als Museum zugänglich gemacht wurden, hat man vom Kultbau Ende des 19. Jahrhunderts fast alles abgetragen. Der für den Tempel ausgewählte Standort muss im Zusammenhang mit einer nur wenige Meter entfernt liegenden heiligen Quelle und dem antiken Badegebäude gesehen werden.

Die Visualisierung des Tempels, die mit Studierenden im Wintersemster 2019/20 erarbeitet wurde, verfolgte zwei Ziele: Zum einen sollte die charakteristische Verbindung von italorömischen und gallorömischen Architekturelementen verdeutlicht werden, zum anderen die städtebaulich interessante Bezugnahme zur Therme herausgearbeitet werden.

Literatur:

  • G. Seitz, Der römische Tempel unter der evangelischen Kirche, in: M. N. Filgis (Hrsg.), Das römische Badenweiler (Stuttgart 2002) 35-43
  • G. Seitz, Römischer Podiumtempel in Badenweiler, in: L. Wamser - B. Steidl (Hrsg.), Neue Forschungen zur römischen Besiedlung zwischen Oberrhein und Enns. Rosenheim-Kolloquium, 14.-16. Juni 2000. Schriftenr. Arch. Staatsslg. 3 (München 2002) 157-166
  • G. Seitz, Aus den Fundamenten rekonstruiert – der große gallorömische Podiumstempel in Badenweiler, Arch. Nachr. Baden 76/77, 2008, 46 f.

Pilgerkirche von Ephesos (SS 2019)

Die in einer Doktorarbeit von Katinka Sewing untersuchte Pilgerkirche von Pamuçak, die im 5. Jahrhundert unweit von Ephesos errichtet wurde, war Thema eines 3D-Kurses im Sommersemester 2019.

Der Kirchenbau, von dem etliche Teile erhalten sind, lag an der Küste auf einer Halbinsel nur wenige Kilometer außerhalb von Ephesos und markierte die Einfahrt in den sog. Hafenkanal.

Zusammen mit den TeilnehmerInnen der Veranstaltung ging es dabei um die Darstellung sowohl der Architektur als auch der besonderen Lage des Baukomplexes in der Landschaft. Durch die geschickte Platzierung an der Küste muss die spätantike Kirche eine große visuelle Wirkung erzielt haben.

Literatur:

  • K. Sewing, A New Pilgrimage Site at Late Antique Ephesus. Transfer of Religious Ideas in Western Asia Minor (2019)
Virtuelle Nachbildung der Pilgerkirche von Pamuçak unweit von Ephesos

Tropaeum Traiani von Adamklissi (SS 2019)

Ausstellungskonzepte von Studierenden (WS 2017/18 & SS 2018)

Inszenierung kulturhistorischer Ausstellungen

Im Wintersemester 2017/18 und Sommersemester 2018 erarbeiteten Studierende am Institut für Klassische Archäologie der Universität Heidelberg in zwei Veranstaltungen unter der Leitung von Prof. Caterina Maderna und Dr. Jürgen Süß Ausstellungskonzepte, die sie auch grafisch bzw. in einer 3D-Visualisierung darstellen sollten.

Die Studierenden bildeten drei Teams, die sich jeweils ein eigenes Thema aussuchten. Für die Ausstellung stand ihnen eine virtuelle Fläche von maximal 2000 qm zur Verfügung.
Das Ergebnis waren sehr unterschiedliche Themen und Konzepte, die in einer überzeugenden Präsentation im Oktober 2018 öffentlich vorgestellt wurden. Hier zeigen wir eine kleine Auswahl an Bildern:

 

Mensch. Athlet. Held – Der moderne Sportler im Spiegel der Antike

Eine Gruppe aus Sven Fischer, Kim Jungkamp, Agnes Röger, Lilianne Stöckel und Jennifer Wicher entwickelte ein Konzept für die Ausstellung „Mensch. Athlet. Held – Der moderne Sportler im

Gender* – *Das fließende Geschlecht

Die Rollen der Geschlechter in der Antike im Spiegel der Kunst jener Zeit beleuchtete ein Team, zu dem Erhard Barié, Desiree Fohr, Anna Grosch, Mareike Hartenstein und Lisa Maurer zählten. Die Ausstellung trägt den Titel „Gender* – *Das fließende Geschlecht“.

Streetart in der Antike und Moderne

Bildern und Texten auf Wänden im öffentlichen Raum im Altertum und in der heutigen Zeit widmete sich ein Team mit Berglind Hatje, Sebastian Rohlederer, Irmgard von Moers-Messmer und Gesa Volland.

Men-Heiligtum von Antiochia ad Pisidiam (WS 2015/16)

Zu Antiochia ad Pisidiam in Kleinasien gehört das außerhalb der Stadt liegende Heiligtum des Gottes Men. Der Tempel und einige Nebenbauten stammen aus hellenistischer Zeit. Sie wurden in der römischen Kaiserzeit weiter genutzt, bis schließlich in der Spätantike eine Kirche im heiligen Bezirk errichtet wurde und den paganen Kult ablöste.

Zusammen mit Studierenden wurden im Rahmen einer Veranstaltung im Wintersemester 2015/16 die wichtigsten Elemente des Heiligtums nachgebaut. Auf diese Weise wird die Geschlossenheit des sich auf einem Berggipfel erstreckenden Ensembles mit hoher Temenosmauer und zentral liegendem Tempel samt Säulenkranz deutlich. Gleichzeit fällt die Enge des Heiligtums auf, in dem der Kultbau einen großen Teil der Fläche einnimmt, für die Kultgemeinde und Weihgeschenke dagegen kaum Platz übrig bleibt. Der dominierende Eindruck des hoch aufragenden Tempels mit seiner vergleichsweise großen Baumasse wird durch einen Stufenunterbau noch einmal gesteigert.

Nachbildung des Men-Heiligtums von Antiochia ad Pisidiam in Kleinasien.