
Grabungen in al-Andarin / Androna 1997-2007 & 2010
Al Andarin, das antike Androna liegt 65 km nordöstlich von Hama (Epiphania) am Rande der wasserarmen innersyrischen Steppengebiete. Androna ist ein großer Ort mit zwei Umfassungsmauern und einem Kastron im Zentrum, zehn Kirchen innerhalb der Umfassungsmauern, mehreren öffentlichen Bauten sowie einer Fülle von Hausbauten, begraben unter Sandverwehungen.
Die hier vorgestellte Heidelberger Unternehmung ist Teil eines trilateralen Gesamtprojektes zur Erforschung des antiken Androna , das von der Direction Générale des Antiquités et des Musées in Damaskus koordiniert wird. Neben dem Heidelberger Projekt haben daran noch je eine Gruppe syrischer und britischer Kollegen vom Archäologischen Museum in Hama bzw. von der University of Oxford teil.

In den Jahren 1997-2007 und 2010 wurden insgesamt zehn Grabungskampagnen durchgeführt. Die Ergebnisse der deutschen Untersuchungen wurden in zwei großen Publikationen vorgelegt.

Unterstützt wurden die Kampagnen durch die Fritz-Thyssen Stiftung die die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Sicherung und Präsentation
Eine schwierige Aufgabe stellt die langfristige Sicherung und Konservierung sowie die Präsentation der ergrabenen Strukturen dar: Die Verantwortung, welche die Archäologie übernimmt, indem sie die unter den Versturzmassen meist bestens geschützten Strukturen freilegt und damit den Einflüssen der Witterung und der nicht immer verantwortungsvollen Rezipienten aussetzt, darf nicht unterschätzt werden. Insbesondere in al-Andarin stellen beide angesprochenen Punkte Gefahren für den Bestand dar, denen nur schwer zu begegnen ist: Stürme und Regenfälle im Winter gefährden insbesondere die Lehmziegelstrukturen. Dem könnte mit der Errichtung von Schutzbauten begegnet werden, die ihrerseits aber wiederum Vandalismus und Diebstahl ausgesetzt wären, da die abseitige Lage des Geländes und seine große Ausdehnung die Bewachung erschweren.
Es ist nach wie vor offen, wann die Arbeiten in Androna wieder aufgenommen werden können. Nach der Okkupation des Grabungshauses durch eine bewaffnete Gruppe und dem Verlust des gesamten Grabungsmaterials steht fest, dass jede zukünftige Arbeit eines deutschen Teams wieder am Anfang stehen wird.
Christine Strube
Mitarbeiter
Projektleitung:
- Prof. Dr. Christine Strube
- Prof. Dr. Stephan Westphalen
Grabungsleitung:
- Ina Eichner
- Karsten Meyer (ab 2004 Restaurierungsarbeiten)
- Fedor Schlimbach, M.A. (ab 2005)
Architekten:
- Ulrike Hess
- Oliver Hofmeister
- Dipl.-Ing. Heike Bücherl (2010)
Grabungstechniker:
- Philippe Dolmazon
- Holger Hirth
Geophysikalische Untersuchungen:
- Karsten Malige
- Cornelius Meyer
- Heinz Wagner
Mitarbeiter:
- Güler Ateş
- Peter Knötzele
- Pernille Jaeger
- Sylvia Mehret
- Philipp Niewöhner
- Marion Seibel
- Elisabeth Winckelmann
- Jon Cubas Díaz (2010)
- Theodor Rosentreter (2010)

Publikationen
- Strube, C., Eine Verkündigungsszene im Kastron von Androna/al-Andarin in: Schmidt, A. - Westphalen, S. (Hrsg.), Christliche Wandmalerei in Syrian. Qara und das Kloster Mar Yakub (Wiesbaden 2005)
- Strube, C., Al Andarin/Androna. Site and setting in: Bartl, K. - Moaz, A. (Hrsg.) Residences, castles, settlements. Transformation processes from late antiquity to early Islam in Bilad al-Sham. Proceedings of the international conference held at Damascus, 5 - 9 November 2006 (Rahden 2008)
- Strube, C., Oberflächenbefunde und Grabungsergebnisse: die Umfassungsmauern und das Kastron. Mit Beiträgen von Güler Ateş und Peter Knötzele (Mainz 2015)
- Schlimbach, F., Das Ensemble der 'Hauptkirche' von Androna. Mit einem Beitrag von Nadine Viermann zu den Inschriften-Neufunden der Kampagne 2010 (Heidelberg 2020)
- Strube, C., Als Archäologin in Syrien. Erfahrungen und Ereignisse 1971-1980 und 1997-2007 (Heidelberg 2022)

